Informatives

Inhalt:




Wichtige Information zur Untersuchung von Legionellen (Angebotsanfrage)

Um Ihnen noch zeitnah ein Angebot zur Untersuchung von Legionellen erstellen zu können, benötigen wir unbedingt folgende Angaben:

  • Ihre vollständige Anschrift
  • Genaue Angaben zu dem untersuchungspflichtigen Objekt:
    Die Adresse des zu untersuchenden Objekts
    Informationen über die Anzahl der vorhandenen Steigstränge
    Gegebenenfalls die Anzahl der zu untersuchenden Wohneinheiten und Entnahmestellen in der Technik
  • Ihre Rufnummer für Rückfragen

Für Anfrage benutzen Sie bitte unser Kontaktformular. Siehe auch Information zur Untersuchung von Legionellen in der Hausinstallation.



Mikrobiologische Untersuchungen in raumlufttechnischen Anlagen, Rückkühlwerken, Verdunstungskühlanlagen und Hausinstallationen (14.09.2015)

  • Zertifiziert nach VDI 6022, Kategorie A, Zulassung für Hygieneinspektionen und Hygienekontrollen für raumlufttechnische Anlagen
  • Zertifiziert nach VDI/DVGW 6023, Kategorie A, Untersuchungen in der Hausinstallation
  • Zertifiziert nach VDI 2047, Bl.2, Untersuchungen an Rückkühlwerken/offenen Verdunstungskühlanlagen

Siehe auch Zertifizierungen.




NMR-Untersuchungen (14.09.2015)

Wir bieten NMR-Untersuchungen mit Interpretationen an:

  • routinemäßig 1H, 13C, 11B, 19F, 29Si, 31P, weitere Heteroatome sind möglich
  • 2D-Auswertemethoden : COSY, HSQC, HMBC, NOESY etc.

Siehe auch NMR-Analysen.




Stichprobenartige Untersuchung von Wasserzählern - Gemeinsame Erklärung von BDEW, DVGW und VDDW (26.08.2015)

In einer gemeinsamen Erklärung des BDEW (Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft e.V.), dem DVGW (Deutscher Verein des Gas- und Wasserfaches e.V.) und dem VDWW (Verband der deutschen Wasser- und Wärmezählerindustrie e.V.) wird erneut das Problem von kontaminierten Wasserzählern (Wasseruhren) behandelt.

Nach zahlreichen Untersuchungen musste dabei festgestellt werden, dass die Kontamination durch Pseudomonas aeruginosa über die gesamte Produktions-, Liefer-, Eich-, Lager- und Einbaukette von Wasserzählern besteht. Entsprechende Handlungsempfehlungen (siehe DVGW-Information April 2014 für das Management der Zählerprüfstände) haben in der Zwischenzeit zu einer deutlichen Reduzierung mikrobiologisch belasteter Armaturen geführt. Diese positive Entwicklung spiegelt sich auch in unseren Untersuchungsergebnissen wieder, die wir bereits im April online gestellt haben (Guter und schlechter Jahrgang - Neues zu kontaminierten Wasserzählern).

Dennoch sprechen sich die drei renommierten Organisationen weiterhin für eine Wareneingangskontrolle von neuen Wasserzählern aus, um die Unbedenklichkeit der Wasserzähler zu sichern. Dazu sind in der gemeinsamen Erklärung zwei Musterbeispiele für Mindeststichprobenpläne enthalten. Die Untersuchungen auf P. aeruginosa sollten zeitnah nach Wareneingang beim einbauenden Unternehmen (meist der örtliche Wasserversorger) erfolgen.


Tabelle 1: Musterbeispiel 1
hygienisch einwandfreie Lieferungen Anzahl der zu untersuchenden Wasserzähler Anforderung an gesamte Stichprobe
in % einer Lieferung mind. jedoch Stück einer Lieferung
1 1,0 10 0 KBE/100ml P. aeruginosa
2 0,8 9 0 KBE/100ml P. aeruginosa
3 0,6 8 0 KBE/100ml P. aeruginosa
4 0,4 7 0 KBE/100ml P. aeruginosa
5 0,2 6 0 KBE/100ml P. aeruginosa
6 0,1 5 0 KBE/100ml P. aeruginosa

Tabelle 2: Musterbeispiel 2
hygienisch einwandfreie Lieferungen Anzahl der zu untersuchenden Wasserzähler Anforderung an gesamte Stichprobe
in % einer Lieferung mind. jedoch Stück einer Lieferung
1 1,0 10 0 KBE/100ml P. aeruginosa
2 1,0 10 0 KBE/100ml P. aeruginosa
3 1,0 10 0 KBE/100ml P. aeruginosa
4 0,5 7 0 KBE/100ml P. aeruginosa
5 0,5 8 0 KBE/100ml P. aeruginosa
6 0,1 5 0 KBE/100ml P. aeruginosa

Die Anzahl der untersuchten Wasserzähler je Stichprobe in Höhe von 0,1 % der gelieferten Wasserzähler, mindestens jedoch fünf Wasserzähler einer Lieferung sollten als Mindestmaß der Wareneingangskontrolle dauerhaft bestehen bleiben. Bei Auftreten von Pseudomonas aeruginosa (positive Befunde) muss wieder bei der Stichprobenkontrolle auf dem Niveau der Lieferung 1 begonnen werden.

Es sei angemerkt, dass es von Seiten der zuständigen Landesbehörden keine einheitliche Vorgehensweise zur Untersuchung von Wasserzählern gibt. So beschränkt sich die stichprobenartige Untersuchung in einigen Bundesländern auf Lagerbestände. Bei neuer Ware reicht nach Ansicht der staatlichen Überwachungsbehörde oft die Unbedenklichkeitserklärung des Herstellers.

Für Rückfragen zu diesem Thema steht Ihnen Herr Dr. Preuß gerne zur Verfügung.

VDI 2047 Blatt 2 - Neue Richtlinie zur Sicherstellung des hygienegerechten Betriebs von Verdunstungskühlanlagen (VDI-Kühlturmregel) (27.04.2015)


Kühlturm

Nach den zwei Legionellenausbrüchen mit insgesamt mehr als 200 Erkrankten und mindestens 7 Toten 2010 in Ulm/Neu-Ulm und 2013 in Warstein, die beide auf offene Rückkühlwerke zurückzuführen waren, musste die Gesetzgebung reagieren, um weitere Gefahren für die Öffentlichkeit auszuschließen. So bereitet die Bundesregierung nun eine Rechtsverordnung vor, die bundeseinheitliche Anforderungen an die Errichtung und den Betrieb von Verdunstungskühlanlagen stellt. Es ist damit zu rechnen, dass dieses Gesetz ab Mitte 2016 in Kraft treten wird.

In wesentlichen Teilen werden dabei die Vorgaben der technischen Richtlinie VDI 2047 Blatt 2, die im Januar 2015 erschienen ist, berücksichtigt. Diese neue Richtlinie des VDI schreibt jetzt unter anderem auch regelmäßige Wasseruntersuchungen vor. Darin spielen korrosionschemische Parameter als auch mikrobiologische Untersuchungen auf die Koloniezahl, Legionellen und Pseudomonas aeruginosa eine Rolle. Um einen hygienegerechten Betrieb zu sichern, sind diese Untersuchungen vierteljährlich durch ein akkreditiertes Labor durchführen zu lassen.

Es wird vorausgesetzt, dass der Probennehmer oder ein Mitarbeiter des Labors nach der VDI 2047 Blatt 2 zertifiziert ist. Somit kann auch der Betreiber selbst entsprechende Mitarbeiter schulen lassen. Durch die mikrobiologischen Untersuchungen soll besonders die Entstehung gefährlicher Legionellenkonzentrationen vermieden werden. Daneben helfen diese Untersuchungen aber auch einen effizienten, Kosten sparenden Betrieb der Kühlanlagen zu sichern.

Zu diesem Thema wurde im ZDF im Rahmen der Sendung Frontal 21 ein Bericht ausgestrahlt, den Sie in der Mediathek über folgenden Link anschauen können: Legionellen - Seuche aus dem Kühlturm

Für die Umsetzung der neuen Richtlinie steht Ihnen das Chem. Labor Dr. Graser gerne zur Verfügung. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an Herrn Dr. Preuß, der nach der VDI Richtlinie 2047 Blatt 2 zertifiziert ist.




Guter und schlechter Jahrgang - Neues zu kontaminierten Wasserzählern (27.04.2015)


Wasserzähler

Nach unseren zahlreichen Untersuchungen der letzten Monate ist festzustellen, dass sich die Kontaminationen durch Pseudomonas aeruginosa auf Zähler aus den Jahren 2014 oder früher beschränken. Dagegen konnte bei Zählern, die erst in diesem Jahr an die Wasserversorger ausgeliefert worden sind, kein P. aeruginosa mehr nachgewiesen werden. Diese positive Entwicklung ist vermutlich vor allem auf den Einsatz von Desinfektionsmitteln im Rahmen der Produktprüfung durch die Hersteller zurückzuführen

Bei kontaminierten Wasserzählern hat sich dagegen ein Verfahren bewährt, welches Herr Spörlein von den Stadtwerken Bamberg auf dem Trinkwasserforum im März dieses Jahres in Bamberg vorgestellt hat. Dabei wird der Wasserzähler für mehrere Stunden bei 58,5°C aufbewahrt. Bei dieser Temperatur wird die Funktionsfähigkeit des Zählers einschließlich der Eichung gerade noch gewährleistet, während die Mikroorganismen inaktiviert werden.

Es wird weiterhin empfohlen, Wasserzähler aus den Jahren 2014 und davor, die noch in Lagerbeständen vorhanden sind, zu überprüfen (siehe Mikrobielle Kontamination von Wasserzählern). Auch bei neu ausgelieferten Zählern empfehlen wir Stichproben auf P. aeruginosa zu untersuchen, wenn diese Zähler in neue Trinkwasserhausinstallationen eingebaut werden sollen, da hier eine Kontamination dieser zentralen Armatur schwerwiegende Auswirkungen auf das folgende Rohrleitungssystem haben könnte.

Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an Herrn Dr. Preuß.




Mikrobielle Kontamination von Wasserzählern - Empfehlungen des Bayerischen Staatsministeriums für Gesundheit und Pflege (StMGP) zur Sicherstellung der Trinkwasserqualität

Nachdem bei mehreren Wasserzählern in ganz Deutschland Kontaminationen durch Pseudomonas aeruginosa festgestellt worden sind (siehe Mikrobielle Belastungen von Wasserzählern), weist nun das Bayerische Staatsministerium für Gesundheit und Pflege die Wasserversorger darauf hin, dass sie für die Unbedenklichkeit der Zähler verantwortlich sind. Damit durch den Einbau des Wasserzählers keine Verunreinigungen, insbesondere durch Krankheitserreger, in der Trinkwasserinstallation entstehen, sollten die Zähler stichprobenartig auf P. aeruginosa untersucht werden. Eine Charge gilt dann als unbedenklich, wenn in mindestens 1% der Wasserzähler kein Pseudomonas aeruginosa nachgewiesen werden kann.

Da es bisher kein genormtes Prüfverfahren für Wasserzähler gibt, hat man sich jetzt deutschlandweit auf ein Verfahren geeinigt, das vom Trinkwasserlabor Hamburg Wasser etabliert worden ist.

Dieses Verfahren sieht die äußerliche Desinfektion des Wasserzählers vor. Anschließend wird eine Seite des Wasserzählers mit einer sterilen Metallkappe versehen. Danach wird der Zähler möglichst Luftblasenfrei mit sterilem Testwasser befüllt und für eine Stunde bei Raumtemperatur gelagert. Nach Ablauf dieser Lagerung wird das gesamte Testwasser filtriert und gemäß DIN EN ISO 16266 auf Pseudomonas aeruginosa untersucht. Einige Gesundheitsämter fordern zusätzlich dazu auch die Bestimmung der Koloniezahl bei 22° und 36°C. Diese sollte dann den Grenzwert der Trinkwasserverordnung erfüllen (100 KBE / 1ml).

Für Anfragen zur Überprüfung von Wasserzählern wenden Sie sich bitte an Herrn Dr. Preuß.




Geändertes Verfahren zum Nachweis von Coliformen Bakterien und Escherichia coli

Nach Vorgabe der Trinkwasserverordnung 2001, zuletzt geändert am 07.08.2013, erfolgt der Nachweis dieser Parameter gemäß der Norm DIN EN ISO 9308-1. In der Fassung von 2001 sieht diese Norm die Verwendung des Laktose-TTC-Agars vor. Der Nachweis von Coliformen Bakterien und E. coli beruht dabei auf der Eigenschaft dieser Bakterien, den Zucker Laktose abzubauen und dabei das Kulturmedium anzusäuern. Aufgrund dieser Definition zählten die Vertreter der Gattungen Citrobacter, Enterobacter, Escherichia und Klebsiella zu der Gruppe der Coliformen Bakterien.

Nach der Neufassung der DIN EN ISO 9308-1 Ende Dezember 2014 werden jetzt alle Bakterien als Coliforme Bakterien definiert, die über eine ß-D-Galaktosidase-Aktivität verfügen. Diese Enzymaktivität wird mit Hilfe eines neuartigen Chromogenen Nährbodens nachgewiesen, der den bisherigen Laktose-TTC-Agar ersetzt. Neben den oben genannten Gattungen erfüllen nun vor allem auch Bakterien der Gattungen Hafnia und Serratia diese Bedingungen. Die Bakterien dieser Gattungen können sowohl im Darm von Warmblütern als auch in der Umwelt vorkommen.

Unsere Kompetenz im Nachweis von Coliformen Bakterien und Escherichia coli nach dem neuen Verfahren haben wir als eines der ersten Labore Deutschlandweit in zwei erfolgreichen Ringversuchen unter Beweis gestellt. Ein Zusatz in unserer Akkreditierungsurkunde umfasst auch die Neufassung von bereits akkreditierten Verfahren. Im Prüfbericht wird das neue Verfahren ab Februar als DIN EN ISO 9308-1: 2014-12 bezeichnet.

Das Nachweisverfahren für Clostridium perfringens wird sich übrigens demnächst ebenfalls ändern. Hier steht der genaue Termin noch nicht fest. Wir werden Sie aber rechtzeitig informieren.

Für Rückfragen zum neuen Verfahren steht Ihnen Herr Dr. M. Preuß gerne zur Verfügung.

Agar-Vergleich
Abbildung: Vergleich Laktose-TTC-Agar (links) und neuer Chromogener-Coliformen-Agar
Als Teststämme wurden Klebsiella pneumoniae (oben) und Serratia marcescens (unten) verwendet. Auf dem Laktose-TTC-Agar säuert nur K. pneumoniae das Nährmedium an (Gelbfärbung), während S. marcescens nur einen schwachen blauen Farbumschlag verursacht und somit nicht zu den Coliformen Bakterien gezählt wird. Auf dem Chromogenen-Coliformen-Agar erscheinen sowohl die Kolonien von K. pneumoniae als auch von S. marcescens rosa bis rot (positiver Nachweis der ß-D-Galaktosidase). Somit lautet hier das Ergebnis vier Coliforme Bakterien.



Mikrobielle Belastungen von Wasserzählern

In den vergangen Wochen wurde in den Medien mehrfach von einer Verunreinigung von Wasserzählern durch das gramnegative Bakterium Pseudomonas aeruginosa berichtet 1. Dies hat dazu geführt, dass der Deutsche Verein des Gas- und Wasserfaches e.V. (DVGW) zusammen mit dem Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft e.V. (BDEW) seine Mitglieder in zwei Rundschreiben am 28.10.2014 und über die Belastung von Wasserzählern durch P. aeruginosa informiert hat. Nachdem sich zwischenzeitlich die Informationslage zu diesem mikrobiellen Problem verdichtet hat, hat der DVGW zusammen mit dem Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft e.V. (BDEW) am 18.11.2014 ein neues Rundschreiben verschickt.

Vertreter der Gattung Pseudomonas sind in der Natur weit verbreitet. Sie kommen im Erdboden und im wässrigen Milieu vor. Auffallend ist ihre Fähigkeit, sehr viele unterschiedliche Kohlenstoffverbindungen als Energiequelle zu nutzen, wobei schon geringe Konzentrationen ausreichen, damit sich diese Bakterien vermehren können 2. In Wassersystemen sind sie oft an der Initialisierung der Biofilmbildung beteiligt. Eingebettet in eine extrazelluläre Matrix, sind Pseudomonaden auch in der Lage, Desinfektionsmaßnahmen mit Chlorkonzentrationen >1,0 mg freies Chlor je Liter Wasser zu überleben 3.

Von allen Pseudomonaden besitzt Pseudomonas aeruginosa das größte Gefährdungspotential. P. aeruginosa gilt als opportunistischer Infektionserreger, der Pneumonien, Infektionen von Verbrennungswunden, postoperative Wundinfektionen, Follikulitis, sowie Entzündungen des äußeren Gehörganges oder der Harnwege hervorrufen kann 4. Als Übertragungsweg in Verbindung mit kontaminierten Wasser sind vor allem Warmsprudelbecken und die Inhalation von Aerosolen von Bedeutung 5.

Während in der Trinkwasserverordnung ein definierter Grenzwert für den Nachweis von P. aeruginosa am Zapfhahn des Verbrauchers noch fehlt, empfiehlt das Umweltbundesamt, dass diese Bakterien in 100 ml Wasser aus der Trinkwasserinstallation von Krankenhäusern nicht nachweisbar sind 6. Für Alten- und Seniorenheim, sowie für Kinderkrippen gilt gemäß der Empfehlung des UBA ebenfalls die Einhaltung dieser Vorgabe.

Nach §4 der Trinkwasserverordnung 2001 muss Trinkwasser so beschaffen sein, dass durch seinen Genuss oder Gebrauch eine Schädigung der menschlichen Gesundheit insbesondere durch Krankheitserreger nicht zu besorgen ist. In §5 der TrinkwV wird darauf verwiesen, dass Krankheitserreger im Sinne des Infektionsschutzgesetzes, die durch Wasser übertragen werden können, nicht in Konzentrationen enthalten sein dürfen, die eine Schädigung der menschlichen Gesundheit befürchten lassen.

Der Einbau so stark belasteter Armaturen scheint somit höchst problematisch, da durch die Bauteile Krankheitserreger im Sinne des Infektionsschutzgesetzes verbreitet werden könnten. Auch die VDI/DVGW Richtlinie fordert in Abschnitt 5.1 eine mikrobiologische Beeinträchtigung des Wassers durch Biofilmbildung zu vermeiden.

Selbst wenn davon ausgegangen werden muss, dass Trinkwasser nicht steril ist, erhöht eine hohe mikrobiologische Kontamination von zentralen Armaturen der Trinkwasserhausinstallation, die Gefahr einer massiven Biofilmbildung im gesamten Haus durch potential pathogene Keime. So haben Pseudomonaden, die aus einem Biofilm stammen, gegenüber frei schwimmenden oder planktonischen Zellen, verbesserte Fähigkeiten zur Bildung der extrazellulären Matrix 7. Dies betrifft speziell neue Anlagen, während alte Anlagen meist schon einen Biofilm besitzen, der eine Ansiedlung von P. aeruginosa zumindest zu erschweren scheint 8.

Die hohe Resistenz von P. aeruginosa gegenüber den zugelassenen Desinfektionsmitteln erschwert zusätzlich die Beseitigung einer systemischen Kontamination, so dass der Prävention einer Verunreinigung der Trinkwasserhausinstallation eine entscheidende Rolle zukommt.

Für Fragen zu diesem Thema steht Ihnen Herr Dr. Preuß gerne zur Verfügung.

Details zur Literatur (1-8) stellen wir Ihnen auf Anfrage gerne zur Verfügung.




Legionenellenuntersuchungen - Informationen zum Einbau geeigneter Entnahmehähne

Um den Vorgaben der Trinkwasserverordnung gerecht zu werden (siehe auch Information zur Untersuchung von Legionellen in der Hausinstallation), müssen für die Legionellenuntersuchungen den allgemein anerkannten Regeln der Technik (a.a.R.d.T.) entsprechende Probennahmestellen am Abgang des Trinkwassererwärmers (Boiler), sowie am Wiedereintritt in den Trinkwassererwärmer (Zirkulationsleitung, vor der Zirkulationspumpe) eingerichtet werden.

Aufgrund der Vielzahl von Anfragen zu den Entnahmehähnen möchten wir hier beispielhaft ein System vorstellen, dass diese Vorgaben erfüllt. Dazu wird ein Adapter in das Schrägsitzventil, das der Absperrung der Wasserleitung dient, eingeschraubt. Anschließend kann das Entnahmeventil aufgesetzt werden. Das Edelstahlröhrchen wird dann vorzugsweise durch Abflammen desinfiziert.

Neben dem vorgestellten System sind auch andere Entnahmehähne, die die Möglichkeit zur Desinfektion durch Abflammen bieten und einen glatten, bleistiftstarken Wasserstrahl gewährleisten, für die Probennahme geeignet.

Die Probennahme in den Wohneinheiten, die im Rahmen einer orientierenden Untersuchung untersucht werden müssen, erfolgt anschließend am (Zapf)Hahn des Verbrauchers am Waschbecken im Bad. Hier ist normalerweise kein Einbau eines zusätzlichen Entnahmehahnes notwendig. Allerdings sollte unbedingt die Möglichkeit bestehen, Anhänge oder Einsätze (Strahlregler bzw. den sogenannten Perlator) zu entfernen.

Easytop Entnahmehahn 1 Easytop Entnahmehahn 2
Easytop-Entnahmeventiladapter der Firma Viega (mit freundlicher Genehmigung der Firma Tilo Bott, Thüngersheim) Easytop-Entnahmeventil (Viega), das auf den Adapter aufgesetzt wird (mit freundlicher Genehmigung der Firma Tilo Bott, Thüngersheim)



Bilanz der Lebensmittelkontrolle 2012: Hauptproblem Hygienemängel

Das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) in Berlin stellte Mitte November 2013 die bundesweiten Ergebnisse der Lebensmittelkontrolle für das Jahr 2012 vor.

In Deutschland unterliegen etwa 1,22 Millionen Betriebe der staatlichen Lebensmittelüberwachung. Im vergangenen Jahr wurden 43,4 % dieser Betriebe kontrolliert. Bei 26,0 % der kontrollierten Betriebe wurden Verstöße gegen die geltenden lebensmittelrechtlichen Bestimmungen festgestellt.

Der weitaus größte Anteil der Beanstandungen betraf die sogenannte allgemeine Betriebshygiene gefolgt von Mängeln im Hygienemanagement. Die allgemeinen Hygienevorschriften für Lebensmittelunternehmen beziehen sich z.B. auf Betriebsstätten und -räume, verwendete Gerätschaften oder die Personalhygiene. Das Hygienemanagement ist zu beanstanden, wenn Eigenkontrollen und/oder Schulungen nicht in ausreichendem Maß durchgeführt werden.

Beispiel einer vorbildlichen Hygienewaschstation für Mitarbeiter
Waschstation

Haben auch Sie Fragen zu den in Deutschland und der EU geltenden Hygienevorschriften für Lebensmittelunternehmen oder benötigen Sie Unterstützung bei der Umsetzung dieser Anforderungen, z.B bei der Betreuung Ihres HACCP-Konzepts? Wir beraten Sie gerne und bieten Ihnen entsprechende Seminare & Schulungen.

Quellen:




Hochbehälter in Gefahr -– Mysteriöser Nachweis von Enterokokken

Im Rahmen von Routineuntersuchungen werden immer häufiger Enterokokken im Trinkwasser nachgewiesen. Bei Nachuntersuchungen werden sie aber weder im Rohwasser noch nach der Aufbereitung gefunden. Außerdem fehlen andere eindeutige Hinweise auf eine Verunreinigung mit Bakterien fäkalen Ursprunges wie Coliforme Bakterien oder Escherichia coli.
Eine Arbeitsgruppe um Herrn Dr. Korth vom DVGW-Technologiezentrum Wasser und Frau Jeanette Hoffmann vom Landesamt für Gesundheit und Soziales in Mecklenburg-Vorpommern fand bei ihren Nachforschungen im Zusammenhang mit dem großflächigen Auftreten von Enterokokken im Herbst 2011 heraus, dass diese durch Mücken, die sich in dem feucht-warmen Sommer stark vermehrt hatten, in das Trinkwasser gelangt waren. Bei den Mücken handelt es sich um die gemeine Stechmücke Culex pipiens. Die Weibchen dieser Art suchen sich gerade vor der kalten Jahreszeit geeignete Plätze, um geschützt zu überwintern. Hoch- oder Reinwasserbehälter bieten für sie ideale Rückzugsgebiete, da diese auch im Winter frostfrei und feucht sind1.

Es ist deshalb zu empfehlen, den Mücken den Zugang zu Behältern so schwer wie möglich zu machen. Lüftungsöffnungen sind vorzugsweise mit Gaze zu verschließen, die höchstens Porengrößen von 1x1mm aufweisen dürfen (siehe Abbildung). Bei Sanierungen der Behälter sollten Türen nicht dauerhaft geöffnet sein, selbst wenn das Wasser abgelassen ist. Nach Abschluss der Sanierung sollte gezielt nach Mücken Ausschau gehalten werden.

Enterokokken

Auch wenn vorerst nur Stechmücken mit konkreten Enterokokkenbefunden in Zusammenhang gebracht werden konnten, so ist davon auszugehen, dass auch andere Insekten durch Bakterien besiedelt werden2. Damit stellen Insekten nicht nur ein ästhetisches Problem in Trinkwasserbehältern dar, sondern auch gegebenenfalls ein ernstzunehmendes Gesundheitsproblem.

Sollten Sie Fragen zu diesem Thema haben, so wenden Sie sich bitte an den Leiter der mikrobiologischen Abteilung, Herrn Dr. Preuß (Tel.: 09721/7576-18).

Quellen:
1. http://lallf.de/fileadmin/media/PDF/Veroeffentlichungen/Veranstaltungen/2012Hoffmann.pdf
2. Dillon RJ and Dillon VM, Annu Rev Entomol. 2004;49:71-92.
Die Abbildung wurde uns freundlicherweise von Frau Jeanette Hoffmann vom Landesamt für Gesundheit und Soziales in Mecklenburg-Vorpommern zur Verfügung gestellt.




Information zur Untersuchung von Legionellen in der Hausinstallation

Im Dezember 2012 wurde durch die 2. Änderungsverordnung der Trinkwasserverordnung 2001 die bisherige Untersuchungspflicht auf Legionellen in der Hausinstallation nochmals überarbeitet.

Die Trinkwassernovelle fordert weiterhin in §14, Abs. 3 die Überwachung von Großanlagen zur Trinkwassererwärmung, wenn aus ihnen Wasser im Rahmen einer öffentlichen oder gewerblichen Tätigkeit abgegeben wird.

Zu diesen Großanlagen zählen Warmwasserinstallationen mit einem Speichervolumen von mehr als 400 Litern, sowie Trinkwasserleitungsanlagen mit mehr als 3 Litern Inhalt zwischen Trinkwassererwärmer (Boiler) und der Entnahmestelle.

Für Anlagen, die oben genannte Voraussetzungen erfüllen, wird weiter nach Anlage 4, Teil II, Buchstabe b der Trinkwassernovelle mindestens eine jährliche Untersuchung auf Legionellen gefordert, wenn das Wasser im Rahmen einer öffentlichen Tätigkeit abgeben wird (z.B. in Schulen und Kindergärten). Bei Abgabe des Wassers im Rahmen einer gewerblichen Tätigkeit (z.B. in vermieteten Wohnhäusern) wird das Untersuchungsintervall auf drei Jahre ausgedehnt. Außerdem sind diese Anlagen dem jeweiligen Gesundheitsamt nicht mehr anzuzeigen.

Bei  den Untersuchungen handelt es sich um systemische Untersuchungen der Hausinstallation, die an mehreren repräsentativen Entnahmestellen durchzuführen sind. Die Auswahl der Entnahmestellen erfolgt nach Vorgabe des DVGW Arbeitsblattes W551 vom April 2004. Darin soll im Rahmen einer orientierenden Untersuchung an mindestens 3 Entnahmestellen der Hausinstallation die Legionellenkonzentration bestimmt werden. Dazu muss das Wasser aus dem Speicher (Boiler), der Zirkulationsleitung, sowie der vom Speicher am weitesten entfernten Entnahmestelle in der Peripherie der Hausinstallation untersucht werden. Da jede Steigleitung erfasst werden soll, erhöht sich die Anzahl der zuletzt genannten Entnahmestellen und damit die Gesamtzahl der Untersuchungen, wenn mehr als eine Steigleitung zur Verteilung des Warmwassers in der Hausinstallation vorhanden ist. Während die Proben in der Peripherie am Entnahmehahn am Waschbecken im Bad entnommen werden können, müssen die Entnahmehähne in der Technik gegebenenfalls noch durch eine Sanitärfachfirma bis zur Probenahme installiert werden. Wir empfehlen in diesem Zusammenhang auch gleich die Temperaturen überprüfen zu lassen, damit die Anforderung des DVGW-Arbeitsblattes W551 erfüllt sind.

Die Konzentration der Legionellen in jeder Probe soll den Maßnahmewert von 100 Legionellen / 100ml nicht überschreiten. Andernfalls sind weiterführende Untersuchungen, und damit verbundene Sanierungsmaßnahmen notwendig. Außerdem ist das Ergebnis in diesem Fall auch beim zuständigen Gesundheitsamt meldepflichtig

Nach der Trinkwasserverordnung ist die Probenahme wesentlicher Bestandteil der Untersuchung. Daher dürfen Trinkwasserproben nur durch dafür geschulte und zertifizierte Probenehmer entnommen werden. Die Untersuchung darf nur durch  ein akkreditiertes und für Trinkwasseruntersuchungen beim StMUG gelistetes Laboratorium durchgeführt werden.

Sollten Sie an der Untersuchung von Legionellen interessiert sein, wenden Sie sich bitte an den Leiter der mikrobiologischen Abteilung, Herrn Dr. Preuß (Tel.: 09721/7576-18).
Anfragen können Sie auch gerne über unsere Internetseite an uns richten.




Information zur Meldepflicht bei Untersuchungen gemäß Lebens- und Futtermittelgesetzbuch

Sehr geehrter Kunde,
nach der Veröffentlichung des Änderungsgesetzes des Lebens- und Futtermittelgesetzbuches (LFGB) am 05.08.2011 möchten wir Sie über eine daraus resultierende Meldepflicht informieren, der wir als Labor unterliegen.

Nach § 44 Abs. 4a LFGB sind wir als Labor künftig verpflichtet, die zuständige Behörde unverzüglich zu unterrichten, wenn aufgrund der durchgeführten Untersuchung ein zum Inverkehrbringen bestimmtes Lebensmittel einem Verkehrsverbot nach Artikel 14 Abs. 1 VO (EG) Nr. 178/2002 unterliegt. Mit dieser Änderung reagiert der nationale Gesetzgeber auf den sogenannten Dioxin-„Skandal“, der im Jahr 2010 für Schlagzeilen gesorgt hat.

Muster im Rahmen von Produktentwicklungen, sowie Rohstoffe und Erzeugnisse, die nicht zum Inverkehrbringen bestimmt sind, sind von der Meldeverpflichtung nicht betroffen.

Für Rückfragen wenden Sie sich bitte an Herrn Vogt, staatl. gepr. Lebensmitttelchemiker (09721/7576-0).




Die Legionelle auf die Schnelle - Schnellnachweis für Legionellen

Ab März 2010 bietet das Chem. Labor Dr. Graser Kunden die Möglichkeit, Wasserproben mit Hilfe eines Schnelltests auf Legionellen zu untersuchen. Dabei kommt der einzigartige Nachweis ScanVIT-Legionella der Firma vermicon zum Einsatz, der auf der zuverlässigen VIT®-Gensondentechnologie beruht.
Dieser Nachweis erlaubt nach nur 3 Tagen eine exakte Quantifizierung von vermehrungsfähigen Bakterien der Gattung Legionella in Wasserproben. Gleichzeitig ist auch eine Differenzierung in L. pneumophila und non-pneumophila möglich.
Somit ist dieses Verfahren insbesondere zur Sanierungskontrolle geeignet, da schon nach ca. 72 Stunden feststeht, ob die getroffenen Maßnahmen erfolgreich waren, während beim herkömmlichen Verfahren mitunter erst nach 10-12 Tagen festgestellt wird, dass nachgebessert werden muss.
Falls Sie Interesse am Nachweis von Legionellen haben, wenden Sie sich bitte an Dr. M. Preuß (Tel. 09721/7576-18).

Beim Schnellnachweis von Legionellen verwenden wir ausschließlich hochwertige Produkte.